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Erster PFO-Verschluss am GKH

Am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke ist erstmals ein persistierendes Foramen ovale, kurz PFO, interventionell verschlossen worden. Der Eingriff wurde unter der Leitung des neuen Chefarztes der Inneren Medizin, Ismet Önal, durchgeführt und ist ein Beispiel dafür, wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung komplexer Erkrankungen ist. Während die Neurologie mögliche Ursachen eines Schlaganfalls untersucht, beurteilt die Kardiologie, ob eine verbliebene Verbindung im Herzen eine Rolle gespielt haben könnte und ein Verschluss sinnvoll ist.

HERDECKE – Ein persistierendes Foramen ovale ist eine kleine, nach der Geburt verbliebene Verbindung zwischen den beiden Herzvorhöfen. Sie kommt bei vielen Menschen vor und verursacht in der Regel keine Beschwerden. Unter bestimmten Voraussetzungen können jedoch Blutgerinnsel durch diese Öffnung in den Körperkreislauf gelangen und einen Schlaganfall auslösen. Ein PFO sollte daher insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn sich trotz umfassender Untersuchungen keine andere Ursache für einen Schlaganfall feststellen lässt.

„Beim PFO-Verschluss handelt es sich um ein schonendes, kathetergestütztes Verfahren, mit dem wir einen möglichen Weg für Blutgerinnsel dauerhaft verschließen können, ohne am offenen Herzen operieren zu müssen“, erklärt Ismet Önal. Der Kardiologe betont: „Nicht jedes zufällig entdeckte PFO muss behandelt werden. Ob ein Verschluss medizinisch sinnvoll ist, hängt vom individuellen Krankheitsbild und auch von persönlichen Risikofaktoren ab.“

Für den Eingriff wird ein Katheter über eine Vene bis zum Herzen geführt. Über diesen wird ein kleines Verschlusssystem in der Verbindung zwischen den beiden Vorhöfen platziert. Eine offene Herzoperation ist dafür nicht erforderlich. Der Eingriff dauert in der Regel 45 Minuten, und nach wenigen Tagen können die Patient*innen das Krankenhaus wieder verlassen.

„Gerade bei einem Schlaganfall ohne erkennbare Ursache ist eine sorgfältige und fachübergreifende Ursachenforschung wichtig“, sagt Dr. med. Sebastian Schimrigk, Chefarzt der Neurologie am GKH. „Durch die enge Zusammenarbeit können wir die neurologischen und kardiologischen Befunde gemeinsam bewerten und eine individuell passende Behandlung empfehlen.“

Ismet Önal leitet die Fachabteilung Innere Medizin am GKH seit Juli 2026. Er verfügt über die Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin, Intensivmedizin und Sportmedizin. Einer seiner Schwerpunkte ist die interventionelle Kardiologie. Dazu zählen neben dem PFO-Verschluss unter anderem der LAA-Verschluss, Herzklappeninterventionen sowie die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Auch die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Herzkranzgefäße mittels Herzkatheter gehört zu seinem Leistungsspektrum.

Der Facharzt hat die Leitung der Fachabteilung von Dr. med. Jakob Gruber übernommen, der als leitender Oberarzt der Kardiologie weiterhin im Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus tätig ist. Mit seiner langjährigen kardiologischen Erfahrung ergänzt er Önals interventionellen Schwerpunkt insbesondere in der Diagnostik sowie in der Vor- und Nachsorge. Zudem verantwortet Dr. med. Jakob Gruber die ärztliche Leitung im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des GKH. So verbindet das Krankenhaus bewährte Expertise mit der gezielten Weiterentwicklung seines Behandlungsspektrums und schafft eine enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung.

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