Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke mit Blick vom Gerhard-Kienle-Weg.
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Das Gemeinschaftskrankenhaus bei Nacht.

GKH plant Photovoltaikanlage: Investition in Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität

Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke plant die Umsetzung eines neuen Energiekonzeptes. Verbunden damit ist die Errichtung zweier Freiflächen-Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) auf der so genannten Schafswiese am Gerhard-Kienle-Weg sowie auf der so genannten Nordwiese am Bergweg. Beide Flächen sind bislang unbebautes Klinikgelände. Mit diesem Projekt verbindet das Haus ökologische Verantwortung, Energiesicherheit und wirtschaftliche Weitsicht. Die konkreten Pläne die Nordwiese betreffend stellten die Verantwortlichen Ende Februar im Rahmen einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gem. §3 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) vor, sowohl vor Ort als auch in einer anschließenden Präsentationsveranstaltung im Herdecker Ratssaal.

HERDECKE – Ein ausschlaggebender Punkt für die Planungen ist demnach, dass das GKH als Krankenhaus Teil der kritischen Infrastruktur ist und somit eine besondere Verantwortung für die Versorgungssicherheit in der Region trägt. Eine stabile und möglichst unabhängige Energieversorgung sei für einen systemrelevanten Betrieb daher von zentraler Bedeutung, betonten die Verantwortlichen. Zudem seien Krankenhäuser gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen zu leisten. Darüber hinaus ist nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln fest im Leitbild des GKH verankert, so Geschäftsführer Christian Klodwig. Er führte aus: „Die Krankenhauskonferenz hat im Einklang mit der Unternehmensleitung entschieden, diesen Weg konsequent und leitbildkonform weiterzugehen.“

Die geplanten PV-Anlagen sind konkrete Schritte in diese Richtung. Mit einer voraussichtlichen Leistung von 1.400 kWp soll künftig ein relevanter Anteil des eigenen Strombedarfs nachhaltig erzeugt werden. Mit der Investition in erneuerbare Energien leistet das Krankenhaus somit einen aktiven Beitrag zur Energiewende. Durch den schrittweisen Umstieg weg von fossilen und hin zu nachhaltigen Energiequellen können darüber hinaus signifikante Einsparungen erzielt werden. „Durch die Eigenstromerzeugung werden wir je nach Preisniveau auf dem Energiemarkt künftig voraussichtlich zwischen 300.000 und 400.000 Euro pro Jahr einsparen. Die auf diese Weise freiwerdenden Mittel kommen unmittelbar unserem medizinischen Auftrag und somit unseren Patienten zugute und stärken so die langfristige Stabilität unseres Hauses“, ging Christian Klodwig auf die wirtschaftlichen Vorteile ein, die die Installation der PV-Anlagen mit sich bringt.

Der ursprüngliche Bebauungsplan der Nordwiese, die sich seit Jahrzehnten im Besitz des Krankenhauses befindet, war einmal als Krankenhauserweiterungsfläche gedacht. Zu diesem Zweck wurde seinerzeit ein Teil der Fläche erworben, ein anderer Teil für die Dauer von 100 Jahren gepachtet. Ein Krankenhauserweiterungsbau jedoch sei in absehbarer Zukunft, zumal weit ab vom eigentlichen Gebäudekomplex, nicht mehr realistisch. Nach vielen Jahren, in denen die Fläche nicht vom Krankenhaus, sondern von Anwohner*innen für u. a. private Gärten genutzt wurde, soll dort nun ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung des Krankenhauses entstehen. Dass dies von einigen Anwohner*innen als Verlust wahrgenommen werde und zum Teil auf Unmut stößt, sei verständlich, so Christian Klodwig. Er betont jedoch: „Die Photovoltaikanlage ist eine Investition in die Zukunft des Krankenhauses und somit in die regionale Gesundheitsversorgung. Sie kommt somit dem Gemeinwohl zugute.“

Bei der Planung wurde deshalb besonderer Wert auf eine behutsame Einordnung der Anlage in das bestehende Ortsbild gelegt. Ergänzende Pflanzmaßnahmen mit Hochstauden, Hecken und einer Weiterentwicklung der vorhandenen Gehölzstruktur sollen die Fläche naturnah gestalten und die Anlage optisch einbinden. Darüber hinaus sind Artenschutzmaßnahmen vorgesehen. Die Fläche unterhalb der Module soll durch Schafe beweidet werden: Die Tiere finden unter den Modulen Schutz, während zugleich eine extensive und damit ökologische Flächenbewirtschaftung sichergestellt wird.

Das erforderliche Bauleitplanverfahren hat das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke bereits im Sommer vergangenen Jahres eingeleitet, die Anwohner*innen wurden nun im Rahmen einer vorzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung informiert und in das Verfahren miteinbezogen. Weitere Beteiligungsschritte sind für diesen Sommer vorgesehen. Die Hinweise und Anregungen aus der Bürgeranhörung im Ratssaal haben die Verantwortlichen aufgenommen und werden sie bei den weiteren Planungen prüfen, so die Unternehmensleitung. Die Umsetzung des Projekts ist für Anfang 2027 geplant.

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