HERDECKE – Die flauschig-weichen Säckchen wurden eigens für die Klinik angefertigt. Sie sind so konzipiert, dass notwendige medizinische Geräte und Kabel problemlos durch die dafür vorgesehenen Öffnungen geführt werden können, ohne das Neugeborene an- und ausziehen zu müssen. Somit bringen sie Eltern und ihren Babys eine spürbare Entlastung im Klinikalltag und ermöglichen das Bonding selbst während intensiver Therapien.
Als babyfreundlich zertifiziertes Perinatalzentrum legt das GKH besonderen Wert auf einen frühzeitigen Bindungsaufbau. Dieser ist nicht nur emotional bedeutsam, sondern auch eine wichtige Grundlage für das Stillen bzw. die muttermilchbasierte Ernährung, selbst dann, wenn das Neugeborene besondere medizinische Unterstützung braucht. „Auch Eltern mit schwer erkrankten oder zu früh geborenen Babys möchten wir ein unkompliziertes, ausgiebiges Bonding im Sinne von Haut-zu-Haut-Kontakt ermöglichen, gerade in dieser herausfordernden Zeit“, sagt Gudrun Dannemann, Vorsitzende des Vereins „Sterntaler“. Gemeinsam mit ihrem Mann und weiteren Unterstützern engagiert sie sich seit vielen Jahren für kranke Kinder und fördert zahlreiche Projekte in der Kinderklinik des GKH. Dazu gehören unter anderem musik- und tiergestützte Therapieangebote, die ambulante Stillberatung, therapeutische Segelfreizeiten für onkologisch erkrankte Kinder und Jugendliche sowie aktuell die Anschaffung medizinischer Geräte in der Früh- und Neugeborenenstation und der Onkologie.
„Die Bondingsäckchen ermöglichen nicht nur einen sicheren und stabilen Hautkontakt, sie stärken auch die elterliche Kompetenz im Bindungsaufbau und unterstützen die kindliche Entwicklung“, betonen Michaela Längler und Anika Scheel, Kinderkrankenschwestern und Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC), sowie Benjamin Iggesen, pflegerischer Stationsleiter. Seit zwei Monaten ist das neue Angebot in der Neonatologie im Einsatz und stößt dort durchweg auf positives Feedback.
Das bestätigt auch Julia aus Wuppertal. Die 39-Jährige hat sich aufgrund der absehbaren Frühgeburt ihres Sohnes Conner, trotz der Entfernung zu ihrem Wohnort, ganz bewusst für das GKH entschieden: „Ich finde es toll, dass Bonding und Stillen hier im Mittelpunkt stehen“, so die zweifache Mutter. „Trotz der Frühgeburt hatte ich nie das Gefühl, auf Nähe verzichten zu müssen. Die Bondingsäckchen sind total praktisch und haben es mir ermöglicht, Conner von Anfang an ganz nah bei mir zu tragen. Das hat unsere Verbindung von Beginn an gestärkt.“














