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Zertifikat „HKS+“ für Hebammenkreißsaal am GKH

Große Freude in der Geburtshilfe des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke (GKH): Der hebammengeleitete Kreißsaal hat das offizielle Zertifikat HKS+ erhalten. Damit ist die Einrichtung eine von bislang nur acht zertifizierten hebammengeleiteten Kreißsälen in ganz Deutschland.

HERDECKE – Das HKS+ Zertifikat ist ein streng reguliertes, klinisches Zertifikat unter Federführung des Deutschen Hebammenverbands, das beim Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQIG) registriert ist. Es bestätigt, dass die Geburtshilfe der Herdecker Klinik sämtliche Kriterien, von strukturierter Eins zu Eins Betreuung bis hin zu Risikomanagement und Patientensicherheit, vollumfänglich erfüllt. Seit 2011 ergänzt der hebammengeleitete Kreißsaal, initiiert von Hebamme Doris Knorr, das geburtshilfliche Angebot am GKH. Von Beginn an zielte das besondere Betreuungsmodell darauf ab, Frauen eine natürliche, sichere und selbstbestimmte Geburt in ruhiger Atmosphäre zu ermöglichen, getragen von fachlicher Kompetenz und persönlicher Begleitung. „Somit stellt er eine echte Alternative zur Hausgeburt dar, mit einem entscheidenden Vorteil, nämlich: der unmittelbaren Nähe zu ärztlicher Unterstützung bei Bedarf“, erklärt Dr. med. Anette Voigt, Chefärztin der Geburtshilfe am GKH, das Konzept.

Zahlreiche Studien belegen: In hebammengeleiteten Kreißsälen verlaufen Geburten oft interventionsärmer. Frauen fühlen sich stärker eingebunden, erholen sich schneller, und das Geburtserlebnis wird als positiver wahrgenommen. Gleichzeitig leistet das Modell einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Geburtshilfe, da Hebammen ihre Arbeit mit mehr fachlicher Eigenständigkeit und stärkerer Bindung zur Gebärenden ausüben können. Ein weiterer Vorteil: Das medizinische Personal wird gezielter eingesetzt. Während Hebammen die Geburten eigenverantwortlich betreuen, gewinnen Ärzt*innen Zeit für medizinisch komplexere Fälle. So wird das gesamte geburtshilfliche Team entlastet. Mit dem HKS+ Siegel dokumentiert das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, dass sein Konzept nicht nur klinischen Standards entspricht, sondern auch Spitzenqualität im Sinne der Patientensicherheit bietet. Als Babyfreundliche Perinatalklinik (WHO/UNICEF‐zertifiziert, ISO 9001) setzt das Haus zusammen mit dem HKS+ Zertifikat Maßstäbe in der Geburtshilfe.

„Die Zertifizierung ist eine wertvolle Anerkennung der hohen fachlichen und menschlichen Qualität, mit der unsere Hebammen täglich arbeiten“, freut sich Doris Knorr. „Sie gibt werdenden Eltern Orientierung und stärkt das Vertrauen in unser geburtshilfliches Konzept.“ Mit der erfolgreichen Zertifizierung schließt sich für sie auch ein berufliches Kapitel, war sie doch seit 1996 im GKH tätig, die vergangenen 20 Jahre als Leitende Hebamme. Sie hat den hebammengeleiteten Kreißsaal gegründet und die HKS+-Zertifizierung angestoßen und begleitet. Nach der offiziellen Übergabe des Zertifikats verabschiedete sie sich nun in den Ruhestand. „Ihr Engagement, ihre Vision und ihre Führungsstärke haben nicht nur den Kreißsaal geprägt, sondern die Geburtshilfe unseres Hauses maßgeblich weiterentwickelt“, betonte Dr. med. Anette Voigt abschließend. Sie übergab den Staffelstab an Melanie Störte, die seit vielen Jahren als Hebamme im GKH arbeitet und nun die Leitung des Hebammenteams übernommen hat.

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